Hannover 96

Saison 2008/09, 8.Spieltag


Hannover 96 - 1899 Hoffenheim 2:5 (0:1)


Hannover 96: Fromlowitz - Cherundolo, Vinicius, Fahrenhorst, Rausch - Balitsch, C. Schulz - Schlaudraff, Bruggink, Huszti - Forssell / Trainer: Hecking

Hoffenheim: Haas - Beck, Jaissle, Compper, Ibertsberger - Luiz Gustavo - Weis, Carlos Eduardo - Obasi, Ibisevic, Ba / Trainer: Rangnick

Eingewechselt: 46. Stajner für Schlaudraff, 54. Eggimann für Vinicius, 75. Hanke für Balitsch - 67. Salihovic für Luiz Gustavo, 76. Vorsah für Carlos Eduardo, 86. Janker für Ibisevic

Tore: 0:1 Ibisevic (36., Rechtsschuss, Vorarbeit Beck), 1:1 C. Schulz (48., Linksschuss, Huszti), 2:1 Stajner (63., Rechtsschuss, Huszti), 2:2 Obasi (70., Rechtsschuss, Salihovic), 2:3 Salihovic (72., Linksschuss, Carlos Eduardo), 2:4 Ba (80., Linksschuss, Salihovic), 2:5 Ibisevic (83., Rechtsschuss, Obasi) - Schiedsrichter: Seemann (Essen) - Zuschauer: 42 321 in der AWD-Arena - Gelbe Karten: Huszti - Beck, Luiz Gustavo - Rote Karte: Bruggink (85., rohes Spiel)


Ibisevic mit Doppelpack - Rot für Bruggink

Salihovic kommt und dreht das Spiel

Gegen eine offensiv furios aufspielende TSG 1899 Hoffenheim bezog Hannover 96 nach über acht Monaten völlig verdient wieder eine Heimniederlage. Nach einem überlegen geführten ersten Durchgang ging die Rangnick-Elf mit einer Führung in die Pause, ehe 96 etwas überraschend die Wende schaffte. Die Kraichgauer ließen sich nicht beeindrucken, kamen zurück und demontierten die Gastgeber in der Schlussphase regelrecht.

Hannovers Trainer Dieter Hecking nahm nach dem 1:1 in Dortmund zwei Änderungen an seiner Startformation vor. Für den verletzt von der Nationalmannschaft zurückgekehrten Enke (Kahnbeinbruch) hütete Fromlowitz das Tor, im Mittelfeld ersetzte Bruggink Stajner. Hoffenheims Coach Ralf Rangnick wählte die offensive Variante und wechselte nach dem 2:1-Erfolg gegen Frankfurt einmal. Carlos Eduardo verdrängte Salihovic auf die Bank und agierte hinter den drei Spitzen Obasi, Ibisevic und Ba im halblinken Mittelfeld. Keeper Özcan war zwar wieder fit, dennoch behielt Haas den Platz zwischen den Pfosten.

Beide Mannschaften brauchten einige Zeit, um ins Spiel zu finden. Im Mittelfeld ging es energisch zur Sache, vor den Toren tat sich vorerst allerdings nichts, auch wenn sowohl Hannover, als auch 1899 das Bemühen, offensiv aktiv zu werden, nicht abzusprechen war. Nach 12 Minuten waren es die Gäste, die erstmals etwas Gefahr ausstrahlten. Carlos Eduardos Freistoß war zwar nicht sonderlich präzise geschossen, dennoch hatte Fromlowitz leichte Probleme und bekam das Leder erst im zweiten Anlauf zu fassen. Hoffenheim war fortan das bessere Team. Die Rangnick-Schützlinge störten früh, entwickelten Druck und kamen zu Chancen. Carlos Eduardo setzte das Spielgerät nach einem Ba-Querpass aus 16 Metern knapp links daneben (13.), fünf Minuten später kam der von Ibertsberger bediente Senegalese selbst zum Abschluss. Ba schob das Leder aber am langen Pfosten vorbei (18.). Wenn Hannover bei vereinzelten Gegenangriffen zum Abschluss kam, dann stets durch Bruggink, dessen Distanzversuche aber meistens ihr Ziel verfehlten. 1899 blieb das mit Abstand einfallsreichere und gefährlichere Team und wurde belohnt. Nachdem Carlos Eduardo noch zu schwach abgeschlossen hatte (27.), besorgte Topscorer Ibisevic die Führung. Dabei bereitete der Bosnier seinen achten Saisontreffer praktisch selbst vor. Ibisevic passte 20 Meter vor dem Tor mit Übersicht nach rechts zu Beck, lief in der Mitte in Position und bekam das Leder vom Ex-Stuttgarter mustergültig zurück. Ohne Mühe vollstreckte der Angreifer zum 0:1 (36.). Egal ob bei einem weiteren Eduardo-Freistoß (42.) oder per Konter, die Rangnick-Elf blieb auch nach der Führung bis zur Pause das gefährlichere Team. Hecking reagierte zur Pause, brachte Stajner für Schlaudraff und hatte prompt Erfolg. Nach einer Stajner-Flanke holte Schulz eine Ecke heraus, die Huszti nach innen brachte. Am langen Pfosten lauerte erneut der alleingelassene Schulz und traf mit links unter die Latte zum 1:1 (48.). Fortan war Feuer in der Partie. Hoffenheim hatte zwar weiter Vorteile, 96 aber seine Harmlosigkeit aus dem ersten Durchgang abgelegt. Ba (56.) und Weis (60.) wurden geblockt, Bruggink köpfte auf der anderen Seite daneben (61.). Besonders nach Kontern strahlte Hannover nun Gefahr aus, und ein solcher war es dann auch, der die Hecking-Elf in Front brachte. Sekunden nachdem Fahrenhorst einen schlimmen Fehler gegen Obasi ausgebügelt hatte, machte sich Huszti auf der linken Seite auf den Weg. Der Ungar passte vor dem Strafraum quer in die Mitte, Bruggink ließ durch, und Stajner hatte keine Mühe alleine vor Haas zum 2:1 einzuschieben (63.). Zwei Minuten später lag das Spielgerät bereits auf der Gegenseite wieder im Netz, Referee Seemann verweigerte Ibisevics Tor aber wegen eines Foulspiels die Anerkennung (65.). Die Kraichgauer ließen sich allerdings auch dadurch nicht aus der Bahn werfen und kamen eindrucksvoll zurück. Fromlowitz konnte einen harten Flachschuss des erst drei Minuten zuvor eingewechselten Salihovic nicht festhalten, legte mit dem Fuß auch noch unfreiwillig für Obasi auf, und der Nigerianer staubte zum 2:2 ab (70.). Zwei Minuten später machte sich dann Salihovics Einwechslung endgültig bezahlt, als Carlos Eduardo den Bosnier nach einem langen Solo über den halben Platz bediente. Aus 16 Metern nagelte Salihovic das Leder fulminant ins lange Eck - 2:3 (72.). Damit war der Widerstand der Gastgeber gebrochen. Ba legte nach einer tollen Salihovic-Vorarbeit nach, indem er Fromlowitz tunnelte (80.), ehe Ibisevic sogar auf 2:5 erhöhte. Im "Drei-gegen-Drei" spielte das Hoffenheimer Angriffstrio die 96-Hintermannschaft mühelos aus, ehe Ibisevic Fromlowitz ein zweites Mal überwand (83.). Zwei Minuten später brannten Bruggink die Sicherungen durch, als er Salihovic übel umtrat und dafür mit Rot zum Duschen musste (85.). Es war der Schlusspunkt einer höhepunktreichen Begegnung, in der Ba kurz vor dem Ende einen möglichen sechsten Treffer etwas zu leichtfertig vergab.

Hannover 96 empfängt am kommenden Samstag in einem weiteren Heimspiel Werder Bremen, während die TSG 1899 Hoffenheim am Sonntag in Mannheim gegen den HSV antritt.

Die Trainerstimmen:

Trainer Dieter Hecking (Hannover 96): "In der ersten Halbzeit haben wir nicht gut gespielt. Wir wollten der Hoffenheimer Offensive nicht ins Messer laufen. Das haben wir mehr schlecht als recht gemacht. Nach der Pause waren wir dann im Spiel drin, aber dann passiert der Torwartfehler und das Spiel ist gekippt. Man darf Florian Fromlowitz nicht alleine dafür verantwortlich machen."

Trainer Ralf Rangnick (1899 Hoffenheim): "Wir sind absolut zufrieden mit dem Spiel und dem Ergebnis. Wir haben 15 Minuten gebraucht, um in die Partie zu kommen. Dann ist es so gelaufen, wie wir es uns vorgestellt haben. Allerdings schien sich zu Beginn der zweiten Halbzeit zu rächen, dass wir unsere Chancen nicht genutzt haben. Aber die Jungs haben beeindruckend reagiert. Am Ende war fast jeder Angriff eine Torchance."

(Quelle: kicker sportmagazin, 20.10.08)


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