Hannover 96 |
Saison 2007/08, 21.Spieltag |
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VfL Bochum - Hannover 96 2:1 (1:0) |
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VfL Bochum: Lastuvka - Pfertzel, Yahia, Maltritz, Bönig - Imhof - Zdebel, Fuchs - Ono - Auer, Sestak / Trainer: Koller
Hannover 96: Enke - Cherundolo, Vinicius, Fahrenhorst, Tarnat - Balitsch, Schulz - Rosenthal, Bruggink, Krebs - Hanke / Trainer: Hecking
Eingewechselt: 67. Meichelbeck für Bönig, 75. Schröder für Fuchs, 86. Epallé für Sestak - 46. Hashemian für Bruggink, 46. Lauth für Rosenthal, 71. Stajner für KrebsTore: 1:0 Cherundolo (30., Eigentor),1:1 Hanke (47., Kopfball, Vorarbeit Vinicius), 2:1 Auer (52., Kopfball, Sestak) - Schiedsrichter: Gegelmann (Bremen) - Zuschauer: 19 902 im rewirpoerSTADION - Gelbe Karten: Sestak, Zdebel, Lastuvka - Fahrenhorst, Balitsch, Hanke
96 in der Rückrunde weiterhin sieglos - 5. Gelbe Karte für Sestak
Bochums Coach Marcel Koller tauschte nach 0:3-Niederlage beim HSV zweimal Personal aus: Ono und Fuchs kamen für Azaouagh und Dabrowski (Gelbsperre). Bei Hannover brachte Trainer Dieter Hecking im Vergleich zum 0:3 gegen die Bayern drei Neue: Tarnat, Vinicius und Bruggink spielten für Ismael (Adduktoren), Lala und Huszti.
96 war in der Anfangsphase das dominierende Team, spielte zielstrebiger und gewann die Mehrzahl der Zweikämpfe. Zehn Minuten land drückten die Niedersachsen gegen die nicht immer sichere Deckung des VfL, der sich dann aber aufraffte. Nach Pfertzels klasse Diagonalpass verpasste Auer frei vor Enke um Zentimeter (13.). In der Folge erspielte sich der Westklub in einer kampfbetonten Begegnung eine leichte Überlegenheit. Auch die Innenverteidigung der Hecking-Elf wackelte nun - Auer scheiterte aus spitzem Winkel an Enke (18.). Hannover machte sich das Leben mit äußerst fehlerhaftem Aufbauspiel selbst schwer, doch die Gastgeber wussten dies zunächst nicht auszunutzen, weil der finale Pass in die Spitze nicht ankam. Die Dominanz Bochums wurde ausgehend von der größeren Präsenz im Mittelfeld immer stärker, und unter Mithilfe des Gegners gelang die verdiente Führung: Nach einem Pass von Zdebel aus dem Anstoßkreis enteilte Sestak Cherundolo und tauchte frei vor Enke auf, der per Fußabwehr zunächst parierte. Doch der zurückspringende Ball prallte an den Oberschenkel von Cherundolo und von dort ins Netz (30.). Die Gäste fanden bis zum Pausenpfiff offensiv kaum noch statt. Die Koller-Schützlinge blieben klar am Drücker, und nach einem Zweikampf zwischen Tarnat und Sestak im Strafraum hatten die Niedersachsen Glück, dass Referee Gagelmann nicht auf Strafstoß entschied (37.).
Mit Lauth und Hashemian für Rosenthal und Bruggink brachte Hannover neue Offensivkräfte. Und vom Anspiel weg hatte Schulz den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterte aber am mutig eingreifenden Lasuvka. Sekunden später aber war es soweit: Tarnat schlug den Ball aus dem Mittelfeld auf die rechte Angriffsseite, wo der aufgerückte Vinicius volley in die Mitte weiterleitete. Hanke stand am zweiten Pfosten goldrichtig und nickte aus kurzer Distanz zum Ausgleich ein (47.). 96 war wieder im Spiel, doch nicht lange, denn die Hausherren schlugen schnell zurück: Sestak überspurtete Fahrenhorst auf der rechten Außenbahn und flankte klasse in die Mitte, wo Auer von Balitsch nicht eng genug gedeckt wurde und per Flugkopfball aus fünf Metern einnickte (52.). Das Spiel blieb zweikampfintensiv, die Hecking-Elf versuchte im Bemühen um den erneuten Ausgleich Druck aufzubauen. Doch nur bei Eckbällen, wenn die beiden Innenverteidiger Fahrenhorst und Vinicius mit nach vorne kamen (59.), wurde es richtig brenzlig für die Deckung der Gastgeber, die sich aufs Kontern verlegten. Einer war vielversprechend: Fuchs zu Auer, dessen Flanke Sestak erreichen sollte, der aber beim Kopfballversuch Enke zu Fall brachte - Gelb für den Stürmer, und auch noch seine fünfte (62.). Damit fehlt der Goalgetter bei der Partie gegen Leverkusen. Die Gäste versuchten alles. Konstruktive Kombination freilich blieben Fehlanzeige, und mit hoch in den Strafraum geschlagenen Bällen war der nicht immer sicheren Defensive des VfL nicht beizukommen. Zwingende Möglichkeiten konnten sich die Norddeutschen trotz geballter Offensive - Stajner war auch noch für Krebs gekommen (71.) - nicht herausarbeiten. Bochum blieb bei seinen Entlastungsangriffen gefährlicher (Auer, 78., Sestak, 83.) und rettete sich schließlich über die Zeit.
Bochum hat am nächsten Spieltag mit dem Westduell gegen Leverkusen den zweiten Heimauftritt in Folge. Hannover erwartet schon am Samstag Abstiegskandidat Nürnberg.
Die Trainerstimmen:
Trainer Marcel Koller (VfL Bochum): "Das war ein sehr intensives Spiel mit sehr vielen Zweikämpfen. Wir haben die Konsequenz gezeigt, die in der vergangenen Woche gefehlt hat. Wir haben viel Druck nach vorne entwickelt. Meine Mannschaft hat die taktische Vorgabe gut umgesetzt."
Trainer Dieter Hecking (Hannover 96): "Ich kann meiner Mannschaft in der zweiten Hälfte nichts vorwerfen. Die Mannschaft hat bis zum Schluss alles probiert. Sie hat das Spiel in der ersten Halbzeit verloren, als wir nach 15 Minuten den Faden verloren haben."