Hannover 96 |
Saison 2006/07, 12.Spieltag |
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Hannover 96 - VfB Stuttgart 1:2 (1:0) |
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Hannover 96: Enke - Cherundolo, Fahrenhorst, Zuraw, Tarnat - Balitsch, Yankov - Rosenthal, Bruggink, Huszti - Stajner / Trainer: Hecking
VfB Stuttgart: Hildebrand - Hilbert, Tasci, Delpierre, Boka - Pardo - Gentner, Hitzlsperger - da Silva - Cacau, Gomez / Trainer: Veh
Eingewechselt: 67. Hashemian für Yankov, 76. Thorvaldsson für Huszti, 86. Montabell für Balitsch - 82. Khedira für Gentner, 86. Meißner für Cacau, 89. Streller für da Silva
Tore: 1:0 Rosenthal (13., Linksschuss, Vorarbeit Tarnat), 1:1 Hitzlsperger (49., Linksschuss, Cacau) 1:2 Cacau (54., Linksschuss, Gomez) - Schiedsrichter: Dr. Drees (Mainz) - Zuschauer: 28 847 in der AWD-Arena - Gelbe Karte: Delpierre - Gelb-Rote-Karte: Hitzlsperger (90.)
Hannover weiter ohne Heimsieg - VfB erklimmt die Spitze Cacau staubt abHannovers Coach Dieter Hecking baute seine Anfangsformation nach dem überraschenden 1:0 beim FC Bayern nur einmal um: Vinicius wurde durch Fahrenhorst ersetzt. Stuttgarts Trainer Armin Veh stellte seine Startelf im Vergleich zum 2:0 gegen den Hamburger SV auf drei Positionen um: Osorio fehlte wegen eines Muskelfaserrisses, für ihn rückte Gentner rein. Hilbert rotierte für Khedira ins Team und im Sturm spielte Cacau für Streller. Mit dem Anpfiff versuchte Hannover 96, das Heft in die Hand zu nehmen. Forsch spielte die Hecking-Elf nach vorne, doch zu klaren Möglichkeiten kam zunächst der VfB. Nach einem Steilpass war Gomez der Abwehrreihe der Niedersachsen enteilt, doch schob der VfB-Goalgetter den Ball nicht nur am herausstürzenden Keeper Enke, sondern auch am langen Pfosten vorbei (5.). Wenige Sekunden später drang Gomez erneut in den Strafraum ein und wurde von Zuraw am Bein getroffen - Glück für die 96er, dass die Pfeife von Schiedrichter Dr. Drees stumm blieb. Nach diesem Aufreger riss bei den Schwaben jedoch ein wenig der Faden. Die Hannoveraner kombinierten flüssig nach vorne und schoben sich immer wieder über ihre linke Angriffsseite Richtung VfB-Gehäuse. Dort machte sich beim VfB das Fehlen des etatmäßigen Rechtsverteidigers Osorio bemerkbar, so dass Huszti und Tarnat immer wieder gefährlich nach vorne stießen. So fiel auch das 1:0 für 96: Auf links spielte Huszti Tarnat frei, der sofort scharf nach innen flankte. In der Mitte kam Rosenthal angerauscht und hämmerte das Leder flach in den Kasten der Schwaben (13.). Keeper Hildebrand war machtlos. In der Folge agierten die 96er weiter enorm aggressiv, was den Spielfluss der Schwaben erheblich störte. Gomez war im Sturm bis zur Halbzeit auf sich alleine gestellt. Zudem schlichen sich etliche Ungenauigkeiten ein, wodurch die Defensivreihe um Zuraw und Fahrenhorst kaum gefordert wurde. Auf der anderen Seite hätte beinahe eine erneute Co-Produktion von Tarnat und Rosenthal das 2:0 für Hannover gebracht, doch der Volleyschuss des Youngsters auf Flanke des Oldies strich nur um Zentimeter am langen Eck vorbei. Ohne weitere Chancen auf beiden Seiten ging es in die Halbzeitpause, wobei die 1:0-Führung für die Hausherren durchaus verdient war. Nach dem Wechsel gab 96 den ersten Torschuss ab (46., Bruggink), doch dann lief die Offensivmaschine der Schwaben an. Über die rechte Seite kam Cacau zum Flanken, in der Mitte stand Gomez im passiven Abseits, doch in dessen Rücken kam Hitzlsperger angesprintet und drückte das Leder aus acht Metern volley in die Maschen zum 1:1 (49.). Das Gegentor verunsicherte die Hecking-Elf sichtlich. Nun spielte der VfB schnörkellos in die Spitze und wurden fünf Minuten nach dem Ausgleichstor schon wieder belohnt. Gomez tanzte Fahrenhorst auf engstem Raum aus und schlenzte die Kugel an den Pfosten. Von dort sprang der Ball zurück und Cacau schob ihn zum 2:1 ins Tor. Mit der Führung im Rücken stürzte der VfB die Hintermannschaft der Niedersachsen von einer Verlegenheit in die nächste. Doch die Veh-Elf schaffte es trotz hochkarätiger Chancen durch Gomez nicht, den Sack frühzeitig zuzumachen. Die Hannoveraner ließen sich nun zusehends die Butter vom Brot nehmen und zeigten fast nichts mehr von der Zweikampfstärke aus Halbzeit eins. Die 96er kamen erst wieder in der Schlussphase vor das Tor von Nationalkeeper Hildebrand. Dabei konnte sich der VfB-Schlussmann vor den Augen von Bundestorwartrainer Andreas Köpke bei einer Riesenchance von Stajner (82.) auszeichnen. Kurz darauf hatte Hildebrand Glück, dass Hitzlsperger einen Fahrenhorst-Schuss aus sieben Metern von der Linie schlug. Unter dem Strich gewann der VfB ein wenig glücklich in Hannover. Die Schwaben verschliefen die erste Halbzeit, doch starke Minuten nach dem Wechsel sorgten für die Wende. Am kommenden Spieltag reist der VfB zum Spitzenspiel zum FC Bayern, wo die Stuttgarter allerdings ohne Hitzlsperger auskommen müssen, der in der Schlussphase die Ampelkarte sah. Hannover indes rüstet sich für das Abstiegsduell in Gladbach. |
Die Trainerstimmen:
Trainer Dieter Hecking (Hannover 96): "Wir haben dieses Spiel heute in acht Minuten verloren, wo wir alles falsch gemacht haben. Da sind wir nicht aggressiv in die Zweikämpfe gegangen und Stuttgart hat das eiskalt ausgenutzt. Diese acht Minuten haben uns gefehlt zum möglichen Sieg. Der VfB hat da einen Gang höher geschaltet. Das ist bitter, weil wir den Rest der Spielzeit die bessere Mannschaft waren."
Trainer Armin Veh (VfB Stuttgart): "Die 1:0-Führung hat Hannover sehr gut in die Karten gespielt. Danach konnten sie aus einer gesicherten Abwehr immer wieder gefährliche Vorstöße landen. In dieser Phase hätten wir durchaus auch höher in Rückstand geraten können. Nach der Halbzeit waren wir aber sofort da und haben zum Glück auch die Tore gemacht, um dieses Spiel noch zu drehen. Die zweite Halbzeit war von meiner Mannschaft erstklassig."
(Quelle: kicker sportmagazin, 13.11.06)