Hannover 96 |
Saison 2005/06, 33.Spieltag |
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Borussia Mönchengladbach - Hannover 96 2:2 (0:1) |
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Mönchengladbach: Keller - Fukal, Svensson, Zé Antonio, Daems - Fleßers - Kluge, Jansen - Polanski - Sonck, Neuville / Trainer: Köppel
Hannover 96: Juric - Cherundolo, Mertesacker, Zuraw, Tarnat - Lala - Balitsch, Dabrowski, Yankov - Stendel, Brdaric / Trainer: Neururer
Eingewechselt: 19. Broich für Kluge, 78. Rafael für Fleßers, 87. Compper für Broich - 65. Vinicius für Lala, 72. Delura für Yankov, 83. Hahne für Stendel
Tore: 0:1 Mertesacker (13., Kopfball, Vorarbeit Tarnat), 1:1 Jansen (77., Linksschuss, Fleßers), 2:1 Sonck (83., Rechtsschuss, Rafael), 2:2 Vinicius (89., Rechtsschuss) - Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen) - Zuschauer: 51 498 - Gelbe Karten: Daems, Jansen - Balitsch
Nach dem enttäuschenden 2:5 in Nürnberg änderte Gladbachs Coach Horst
Köppel die Startformation lediglich auf einer Position. Für Angreifer
Rafael stand der junge Fleßers von Beginn an auf dem Feld und agierte im
defensiven Mittelfeld. Hannovers Trainer Peter Neururer plagten vor der
Partie in Gladbach etliche Verletzungssorgen. Im Vergleich zur
1:2-Niederlage gegen Dortmund standen gleich vier Neue in der Anfangself.
Für Stammkeeper Enke (Rippenprellung) stand Ersatzmann Juric zwischen den
Pfosten. Zudem spielten Zuraw, Dabrowski und Stendel für Vinicius, Schröter
(Adduktorenverletzung) sowie Stajner (Risswunde im Unterschenkel).
Im letzten Heimspiel der Saison wollten sich die Gladbacher bei ihren Fans für die enttäuschende Rückrunde rehabilitieren und begannen im Borussia Park äußerst engagiert. Eine schöne Kombination der "Fohlen" brachte in der siebten Minute auch die erste nennenswerte Chance. Polanski hatte das Leder von rechts in die Mitte geflankt, doch Enke-Vertreter Juric konnte den Schuss von Neuville gerade noch zur Ecke lenken. Nach diesem vielversprechenden Beginn nahmen allerdings die Gäste aus Hannover das Heft immer mehr in die Hand. Die Gladbacher waren bei den Offensivbemühungen der Gäste meist einen Schritt zu spät dran, so dass die 96er ohne Probleme vor das gegnerische Tor kamen. Und prompt klingelte es auch schon im Netz der Köppel-Schützlinge, als der aufgerückte Mertesacker einen Freistoß von Tarnat per Kopf in die Maschen jagte (13.). Lediglich drei Minuten später musste Gladbachs Keeper Keller eingreifen, als er eine sehenswerte Direktabnahme von Balitsch entschärfte. Kellers Vorderleute waren in dieser Phase der Partie völlig von der Rolle und zeigten sich vom frühen Rückstand sehr verunsichert. Hannover ließ zu diesem Zeitpunkt Ball und Gegner geschickt laufen, Gladbach reagierte nur und überließ den Niedersachsen das komplette Mittelfeld. Erst in der 24. Minute durfte auch Hannovers Schlussmann Juric wieder sein Können zeigen, wobei der schwache Schuss von Sonck einen sichere Beute für den Torwart war. Doch mit dieser Chance begann die stärkste Phase der Hausherren im ersten Durchgang, in der sich die Hannoveraner über den Ausgleichstreffer nicht hätten beschweren dürfen. Zunächst scheiterte Neuville alleinstehend vor Juric mit einem Heber am Pfosten (28.), kurz darauf zielte Sonck nach schöner Ablage seines Sturmpartners um wenige Zentimeter am Tordreieck vorbei (33.). Kurz vor der Halbzeitpause zeigte dann noch Jung-Nationalspieler Jansen sein technisches Können, als er eine Ecke von Neuville per Hacke in Richtung Tor bugsierte (43.). Doch auch diese Möglichkeit landete in den Fängen von Juric, so dass es zur Halbzeit bei der knappen Führung für die Neururer-Schützlinge blieb. Auch nach dem Seitenwechsel blieben die "Fohlen" das
spielbestimmende Team und drängten die 96er tief in deren eigene Hälfte
zurück. Allerdings waren die Angriffsbemühungen der Köppel-Schützlinge
zunächst lang nicht mehr so zielstrebig wie gegen Ende des ersten
Abschnitts. Erst in der 55. Minute hatten die Gäste Glück, als Tarnat im
Fünfmeterraum in letzter Sekunde vor dem herangrätschenden Broich klären
konnte. Lediglich vier Zeigerumdrehungen später hätte Sonck beinahe mit
einem Traumtor für den Ausgleich gesorgt. Nach einem Eckstoß von der
rechten Seite beförderte Svensson das Leder per Kopf erneut in den
Strafraum, wo der Belgier per Fallrückzieher nur knapp über das Gäste-Gehäuse
zielte (59.). Doch auch die Gäste blieben bei vereinzelten Kontern
brandgefährlich. So konnte Gladbach-Keeper Keller gegen Brdaric nur mit
einem tollen Reflex klären (64.), während Mertesacker fünf Minuten später
eine Hereingabe von Vinicius denkbar knapp verpasste. Das Tor fiel aber
auf der anderen Seite. Zunächst konnte die Hannoveraner Hintermannschaft
einen Schuss von Jansen noch abblocken, im zweiten Versuch machte es der
Youngster per Fallrückzieher aber besser und ließ die "Fohlen"-Fans
zum ersten mal jubeln (77.). Im Anschluss hatten die Gladbacher Lunte
gerochen und wollten jetzt nach vier Spielen ohne Sieg endlich wieder
einen "Dreier". Der eingewechselte Rafael bediente in der Mitte
Sonck, dessen Flachschuss knapp neben dem rechten Pfosten zur Führung
einschlug (83.). In der Schlussphase gab es dann weiterhin Chancen im
Minutentakt. Zunächst verpasste Zé Antonio die Entscheidung per Kopf
(85.), eine Minute versagten dem eingewechselten Hahne allein vor Keller
die Nerven (86.). Als alle mit einem Heimsieg rechneten, schlugen die 96er
doch noch zurück. Die Gladbacher Hintermannschaft köpfte das Leder nach
einem weiten Einwurf von Tarnat direkt vor die Füsse von Vinicius, der
Keller mit seiner Direktabnahme in den Winkel keine Abwehrchance ließ
(89.). |
Die Trainerstimmen:
Trainer Horst Köppel (Bor. M'gladbach): "In den ersten 25 Minuten waren wir zu hektisch. Da war keine klare Linie im Spiel. Nach der Halbzeit wollte die Mannschaft das Spiel drehen, das ist ihr auch gelungen. Leider haben wir durch einen Sonntagsschuss noch den Ausgleich kassiert. Ich denke, ein Sieg wäre verdient gewesen. Wir wollten uns mit einem Heimsieg von den Fans verabschieden. Das ist uns leider nicht gelungen."Trainer Peter Neururer (Hannover 96): "Das war ein Spiel, das man sicherlich nicht unter der Rubrik 'Sommer-Fußball' abhaken kann. Es standen zwei Mannschaften auf dem Platz, die hohes Tempo gegangen sind. Allerdings hatten beide Teams auch ein fehlerhaftes Passspiel. Wir haben 30 Minuten lang die Partie kontrolliert, in der zweiten Halbzeit ist das Spiel innerhalb von wenigen Minuten dann gekippt. Ich habe mit dem Ausgleich nicht mehr gerechnet, das war ein Glücksschuss von Vinicius."
(Quelle: kicker sportmagazin, 08.05.06)