Hannover 96 |
Saison 2005/06, 15.Spieltag |
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Borussia Dortmund - Hannover 96 0:2 (0:1) |
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Borussia Dortmund: Weidenfeller - Degen, Wörns, Metzelder, Kringe - Rosicky, Kruska, Sahin - Odonkor, Smolarek, Buckley / Trainer: Van Marwijk
Hannover 96: Enke - Cherundolo, Mertesacker, Zuraw, Tarnat - Balitsch, Lala, Dabrowski - Delura, Hashemian, Brdaric / Trainer: Neururer
Eingewechselt: 74. Saka für Odonkor, 81. Steegmann für Buckley - 46. Stajner für Delura, 71. Schröter für Cherundolo, 81. Vinicius für Hashemian
Tore: 0:1 Cherundolo (16., Rechtsschuss, Vorarbeit Hashemian), 0:2 Dabrowski (85., Rechtsschuss, Stajner) - Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart) - Zuschauer: 72 200 - Gelbe Karten: Kringe - Hashemian, Dabrowski, Lala
Bert van Marwijk musste gegenüber dem 2:1-Sieg am vergangenen
Wochenende in Nürnberg auf zwei Positionen umstellen. Für den verletzten
Dede kam Metzelder zurück ins Team. Kehl meldete sich noch kurzfristig
mit Magen- Darmproblemen ab und wurde durch Degen ersetzt. Keine Änderungen
dagegen auf Seiten von Hannover 96. Peter Neururer vertraute der gleichen
Startformation, die am 14. Spieltag Kaiserslautern mit 5:1 geschlagen
hatte.
Borussia Dortmund hielt sich nicht lange mit Vorgeplänkel auf. Bereits nach acht Sekunden schoss Smolarek aus aussichtsreicher Position auf das Tor von Hannover. Torhüter Enke war allerdings auf dem Posten und klärte zur Ecke. Der BVB blieb dran und brachte die Abwehr der Niedersachsen in Bedrängnis, doch Sahin konnte in der zwölften Minute die nächste große Chance genauso wenig nutzen wie Kruska in der 15. Minute eine gute Weitschuss-Chance. Mit der ersten gefährlichen Aktion der Niedersachsen fiel zur Überraschung des BVB der Führungstreffer für Hannover. Odonkor hatte unbedrängt den Ball an Brdaric abgegeben. Der setzte sofort Hashemian mit einem Steilpass ein. Von der Toraus-Linie zog der Iraner den Ball in die Mitte, wo Delura noch verpasste, Cherundolo am zweiten Pfosten aber völlig frei verwandeln konnte (16.). Dortmund zeigte sich zunächst nicht geschockt und antwortete gegen zunehmend defensiver stehende Hannoveraner mit wütenden Angriffen. Zunächst scheiterte aber Buckley sowohl in der 22. als auch in der 25. Minute jeweils mit einem Weitschuss. In der 27. Minute schien der Ausgleich aber fällig. Kruska legte im Strafraum ab für Smolarek, der nur noch den aus dem Tor stürzenden Enke vor sich hatte. Doch der polnische BVB-Stürmer schoss Hannovers Torwart an. Danach verflachte die Partie zusehends. Hannover hatte sich in der Abwehr eingerichtet und ließ keine guten Szenen der Dortmunder mehr zu. Der BVB tat sich schwer gegen die tief stehende 96-Abwehr. Mehr als lange Pässe schienen der Kreativ-Abteilung des BVB nicht einzufallen, so dass die solide Defensive von Hannover keine Mühe hatte, die Führung in die Halbzeit zu bringen, wobei aber auch die Niedersachsen in der Offensive nichts Gefährliches zu Stande brachten. Mit Stajner für Delura versuchte Peter Neururer seiner Offensive mehr Druck zu verleihen, doch am Spielverlauf änderte sich zunächst wenig. Der BVB mühte sich mit viel Ballbesitz redlich, doch die Ideen, mit denen man Hannovers Defensive ins Wanken hätte bringen können, blieben aus. Die einzig nennenswerte Szene zu Beginn der zweiten Hälfte war ein Rosicky-Freistoß, den Hannovers Keeper Enke aus der rechten unteren Ecke fischte (54.). Hannover brachte jetzt zwar mehr Konter zu Stande als in der ersten Hälfte, doch meistens ging die 96-Stürmer sehr großzügig mit diesen Chancen um und blieben an Weidenfeller und seinen Vorderleuten hängen. Gefahr versprühten die Dortmunder wenn überhaupt nur noch bei Freistößen und Weitschüssen. Doch Sahin scheiterte in der 64. Minute mit einem Freistoß genauso wie Kringe mit einem Distanzschuss knapp (70.). Auch in der Schlussphase wirkte die Offensive der Dortmunder ideen- und glücklos. Hannover verpasste es zwar frühzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen, indem die Niedersachsen die sich bietenden Konterchancen überhastet vergaben. Doch in der 85. Minute konnte Hannover dann die drei Punkte verbuchen. Degen verlor vor dem Strafraum den Ball. Stajner überrannte auf der rechten Seite die Dortmunder Abwehr und flankte flach nach innen, wo Dabrowski völlig frei stand und den Ball aus zehn Metern ins Tor wuchtete. Damit war der letzte Widerstandswillen der Dortmunder gebrochen und der Sieg für Hannover unter Dach und Fach. Durch die Heimniederlage bleibt der Sprung von Borussia Dortmund auf die UEFA-Cup-Plätze vorerst Wunschdenken, während Hannover 96 nach dem Auswärtssieg und zuletzt sieben Punkten aus drei Spielen weit von den Abstiegsregionen wegrückt. |
Die Trainerstimmen:
Trainer Bert van Marwijk (Borussia Dortmund): "Das hatte heute nichts mit junger Mannschaft oder Verletzten zu tun, wir haben durch zwei unglaubliche Fehler verloren. Darüber bin ich äußerst verärgert. Dabei waren wir fußballerisch die bessere Mannschaft."
Trainer Peter Neururer (Hannover 96): "Es sind besondere Glücksmomente für mich. Der Sieg ist auf Grund unseres Engagements verdient, wenngleich das Spiel in einigen Phasen auch glücklich für uns gelaufen ist. Wir sind auf dem richtigen Weg."
(Quelle: kicker sportmagazin, 05.12.05)