Hannover 96 |
Saison 2005/06, 10.Spieltag |
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Hannover 96 - Werder Bremen 0:0 |
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Hannover 96: Enke - Balitsch, Mertesacker, Zuraw, Vinicius - Lala, Dabrowski - Ricardo Sousa - Stajner, Halfar, Brdaric / Trainer: Lienen
Werder Bremen: Reinke - Owomoyela, Fahrenhorst, Naldo, Schulz - Frings - Vranjes, Borowski - Micoud - Klasnic, Valdez - Trainer: Schaaf
Eingewechselt: 12. Yankov für Ricardo Sousa, 75. Delura für Halfar, 81. Hashemian für Brdaric - 63. Klose für Valdez, 63. Jensen für Micoud, 84. Andreasen für Klasnic
Tore: Fehlanzeige - Schiedsrichter: Dr. Wack (Biberbach) - Zuschauer: 48 627 - Gelbe Karten: Balitsch - Frings, Borowski, Schulz - Rote Karte: Fahrenhorst (82., Handspiel)
96-Coach Ewald Lienen musste nach dem 4:1-Erfolg in Köln notgedrungen auf Linksverteidiger Tarnat verzichten. Der fast 36-Jährige erlitt einen Muskelfaserriss im Hüftbeuger. Für ihn lief der Brasilianer Vinicius auf.
Bremens Trainer Thomas Schaaf baute seine Elf gegenüber dem 1:1 gegen Udinese auf drei Positionen um. Der in der Champions League Gelb-Rot-gesperrte Klasnic kehrte zurück, für ihn verzichtete Schaaf auf seinen besten Torschützen Klose. Außerdem fehlte Innenverteidiger Andreasen, der durch Fahrenhorst vertreten wurde, Vranjes rückte für Baumann auf die defensive Mittelfeldposition.
Die Gäste von der Weser zeigten sich von Beginn an bemüht, durch direkte Ballpassagen zum Erfolg zu kommen. Durch eine tiefe Staffelung in der eigenen Hälfte machten die Hannoveraner der besten Offensive der Liga aber das Leben schwer. So dauerte es bis zur zwölften Minute, ehe das Tor von Keeper Enke das erste Mal in Bedrängnis geriet. Owomoyela passte von rechts nach innen, wo Valdez entgegen kam und am kurzen Pfosten bedrängt von Zuraw nur knapp am Tor vorbei schoss. Direkt anschließend ein Rückschlag für Hannover: Spielmacher Riacardo Sousa hatte sich bereits früh bei einem Sprint eine Muskelverletzung zugezogen und musste nun den Platz verlassen. Der Bulgare Yankov ersetzte ihn. Mit seiner zweiten Möglichkeit hätte Valdez Bremen dann in Front bringen können. Schulz bediente den Paraguayer mit einer Hereingabe von links, der spitzelte das Leder aber nur an den linken Pfosten (18.). Von den Gastgebern war hingegen in der Offensive nur wenig zu sehen. Ein Schuss von Brdaric (28.) und ein nicht gegebener Treffer von Dabrowski (35.), der nach Einschätzung des Schiedsrichters bei seinem Kopfball Reinke im Fünfmeterraum behindert hatte, bildeten die Highlights des hannoverschen Angriffsspiels der ersten Hälfte. Da Klose-Ersatz Valdez auch seine dritte gute Chance, eine Kopfballmöglichkeit aus fünf Metern (44.), vergab, gingen die Akteure mit einem torlosen Remis in die Pause. Den besseren Start nach Wiederanpfiff erwischten die Niedersachsen. Nachdem Vinicius nach einer weiten Freistoßflanke zu überrascht war um einzuschießen (48.), vergab Brdaric die beste Chance des bisherigen Spielverlaufs kläglich. Frei vor Reinke stoppte der Stürmer am Strafraumrand ab und setzte einen Heber an, der aber vollends misslang (52.). Werder zeigte zwar in Person von Frings, der einen Schuss aus 17 Metern knapp neben das Tor setzte (53.), den Willen, selber zum Torerfolg zu kommen, spielerisch lief in dieser Phase aber wenig zusammen. Auch ein Doppelwechsel – Schaaf brachte nach gut einer Stunde Klose und Jensen für Valdez und Micoud – änderte an Werders spielerischen Problemen nichts. In einer bis dato völlig fairen Partie ging es in der Schlussphase noch hektisch zu. Höhepunkt war der Platzverweis für Bremens Innenverteidiger Fahrenhorst, der eine große Torchance für Stajner nur durch ein Handspiel verhindern konnte (82.). Hannover hatte so in den Schlussminuten den Sieg vor Augen, hatte aber durch einen Schuss von Balitsch, den Reinke über die Latte lenkte (88.), nur noch eine Möglichkeit. Bremen hielt die Niedersachsen geschickt fern vom eigenen Tor und rettete somit wenigstens das Remis. Hannover erreicht nicht unverdient einen Punkt gegen den bisherigen Tabellenführer. Der beste Sturm der Liga, den Werder mit 27 Treffern auch weiterhin stellt, blieb erstmals in der laufenden Saison ohne Tor, wodurch die Hanseaten die Tabellenführung wieder an den Erzrivalen aus München abgeben müssen. |
Die Trainerstimmen:
Trainer Ewald Lienen (Hannover 96): "Wir müssen mit dem Punkt zufrieden sein, hatten aber auch Möglichkeiten, das Spiel zu entscheiden. Das Tor von Christoph Dabrowski war für mich regulär. Dass der Schiedsrichter es nicht gegeben hat, war für uns sehr schmerzhaft. Am Ende waren wir nicht mehr in der Lage, den letzten Druck zu entfachen und unsere Überzahl zu nutzen."
Trainer Thomas Schaaf (Werder Bremen): "Man muss auch mal mit einem Punkt zufrieden sein. Es war aber mehr möglich. Die Chancen waren da. Wir haben im Abschluss momentan nicht die Leichtigkeit. Es gelingt uns nicht, unser Spiel in Tore umzumünzen."
(Quelle: kicker sportmagazin, 24.10.05)