Hannover 96 |
Saison 2005/06, 3.Spieltag |
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Hamburger SV - Hannover 96 1:1 (1:1) |
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Hamburger SV: Wächter - Demel, Boulahrouz, van Buyten, Atouba - Wicky - Mahdavikia, Jarolim - van der Vaart - Barbarez, Lauth / Trainer: Doll
Hannover 96: Enke - Balitsch, Mertesacker, Zuraw, Tarnat - Lala, Dabrowski - Stajner, Yankov - Brdaric, Hashemian / Trainer: Lienen
Eingewechselt: 55. Takahara für Lauth, 76. Trochowski für van der Vaart
Tore: 0:1 Stajner (18., Rechtsschuss, Vorarbeit Hashemian), 1:1 Mahdavikia (22., Kopfball) - Schiedsrichter: Stark (Ergolding) - Zuschauer: 48 866 - Gelbe Karten: Jarolim - Yankov, Balitsch, Dabrowski, Tarnat
Hamburgs Trainer Thomas Doll stellte sein Team nach dem 0:0-Unentschieden gegen Valencia im UI-Cup-Finale auf zwei Positionen um. Dabei profitierte Mahdavikia von der Verletzung Beinlichs (Oberschenkelprobleme) und stand erstmals in dieser Saison in der Anfangsformation. Des Weiteren mussten die Hanseaten auf Mpenza verzichten, der mit einer schweren Schienbeinprellung ausfiel, dafür war Barbarez nach seiner Gelbsperre im UI-Cup wieder in der Startelf.
96-Trainer Ewald Lienen veränderte seine Mannschaft nach dem erfolgreichen 4:0-Sieg im DFB-Pokal gegen Köln II nicht.
Die Gäste aus Hannover begannen das Spiel gewohnt defensiv und ließen zunächst die Hamburger kommen. Zunächst war aber für die Doll-Elf noch kein durchkommen. Plötzlich kamen dann die Niedersachsen über die linke Außenbahn, den Ball bekam in zentraler Position Hashemian, der direkt weiter spielte auf Stajner. Der Stürmer lupfte aus kurzer Distanz das Leder über Torhüter Enke zur 1:0-Führung für die Elf von Trainer Ewald Lienen (18.). Die Antwort des HSV ließ aber nicht lange auf sich warten. Erneut war es ein Angriff über die linke Außenbahn. Diesmal flankte Atouba auf van der Vaart. Dessen Kopfball konnte Enke noch parieren, im Nachsetzen köpfte dann aber Mahdavikia über Enke hinweg den Ausgleich (22.). Der HSV war auch in der Folge die aktivere Mannschaft, richtige Torchancen blieben aber aus. Nach einer halben Stunde erregte Zuraw die Gemüter. Im Strafraum sprang ihm der Ball an die Hand, aber Schiedsrichter Wolfgang Stark ließ weiter spielen. Kurz vor der Halbzeit kamen die Hamburger dann noch mal zu zwei guten Gelegenheiten. Erneut setzte sich Atouba gegen Balitsch durch und flankte zu Lauth, der sich aber nicht durchsetzen konnte. Der Ball sprang aber zu van der Vaart, der aus 18 Metern abzog, das Tor aber knapp verfehlte (42.). Dann war es Mertesacker, der Barbarez in letzter Sekunde vom Ball trennen konnte und damit am Torschuss aus kurzer Distanz hinderte. Den besseren Start in die zweite Spielhälfte erwischten die Niedersachen, schlossen aber einen lehrbuchmäßigen Konter nicht ab. Hashemian konnte sich auf der linken Abwehrseite durchsetzen und passte kurz auf Yankov, der gleich abzog. Wächter konnte den Ball mit einer guten Reaktion aber parieren (53.). Hamburg blieb die ersten zwanzig Minuten ohne richtige Torgelegenheiten. Ab der 60. Minute wurde das Spiel zunehmend hektischer. Die Folge, war dass Jarolim und Balitsch zuerst im Duell um den Ball aneinander gerieten und sich dann ein Wortgefecht lieferten. Schiedsrichter Stark bestrafte beide mit einer Gelben Karte. In dieser Phase des Spiels agierten die Schützlinge von Doll viel zu hektisch, während Hannover sicher in der Abwehr stand. Für einen Aufreger sorgte allenfalls Mahdavikia, der im Elfmeterraum zu Fall kam (73.), der Pfiff blieb aber aus. Die letzte Viertelstunde kamen die Hausherren dann etwas besser in die Partie. Zunächst erneut der Iraner mit der ersten Chance in der zweiten Hälfte für den HSV, aber dessen Ball klatschte nur an den Pfosten (74.). Kurz darauf setzte sich Atouba über links durch, dessen scharfe Flanke Takahara erreichte. Aus spitzem Winkel konnte er aber Enke nicht überwinden, der in der kurzen Ecke parierte (81.). Nur Augenblicke später kam Wicky in aussichtsreicher Position zum Schuss, aber der Ball ging weit übers Tor (85.). Auch ein Abseitstor der Hanseaten wurde in der Schlussphase zu Recht nicht anerkannt. Die Hamburger erwachten in der zweiten Spielhälfte viel zu spät und konnten erst in der Schlussviertelstunde Druck aufbauen. Hannover verdiente sich das Unentschieden durch eine gute Defensivleistung in der zweiten Spielhälfte, hatte aber in den letzten Minuten Glück, sich über die Zeit zu retten. |
Die Trainerstimmen:
Trainer Thomas Doll (Hamburger SV): "Das 1:1 ist ein alles in allem gerechtes Unentschieden. Wir wussten, dass es gegen Hannover ein Geduldsspiel wird, weil die Mannschaft kompakt in der Abwehr steht. Ich bin froh, dass wir nach dem Gegentreffer gleich geantwortet haben. Sonst hätten wir im Verlauf des Spieles möglicherweise mehr Probleme bekommen."
Trainer Ewald Lienen (Hannover 96): "Wir können mit dem Punkt zufrieden sein. Wir sind gut gestartet und mit dem Tor richtig ins Spiel gekommen. Leider kam der Ausgleich zu schnell, als dass wir mehr davon hätten profitieren können. Bis zur 75. Minute waren wir ebenbürtig, in der Schlussphase mussten wir noch einmal zittern."
(Quelle: kicker sportmagazin, 29.08.05)