Hannover 96 |
Saison 2004/05, 32.Spieltag |
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VfB Stuttgart - Hannover 96 1:0 (0:0) |
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VfB Stuttgart: Hildebrand - Hinkel, Zivkovic, Babbel, Lahm - Soldo - Tiffert, Stranzl - Hleb - Kuranyi, Cacau / Trainer: Sammer
Hannover 96: Enke - Cherundolo, Mertesacker, Zuraw, Tarnat - de Guzman, Lala - Krupnikovic - Schröter, Stajner, Barnetta / Trainer: Lienen
Eingewechselt: 64. Streller für Tiffert, 81. Élson für Cacau, 90+2. Delpierre für Kuranyi - 69. Halfar für de Guzman, 77. Christiansen für Barnetta
Tor: 1:0 Kuranyi (88., Rechtsschuss, Vorarbeit Babbel) - Schiedsrichter: Dr. Brych (München) - Zuschauer: 45 000 - Gelbe Karten: Kuranyi, Stranzl - Stajner
VfB-Trainer Matthias Sammer veränderte seine Startformation im Vergleich zum 0:2 bei Borussia Mönchengladbach auf zwei Positionen. Für Fernando Meira (Gelb-Rot-Sperre) spielt Zivkovic in der Innenverteidigung. Zudem spielte Hinkel auf der rechten Außenverteidigerposition. Stranzl rückte vor ins Mittelfeld, Vranjes musste auf der Bank Platz nehmen. Auf Seiten von Hannover 96 sah Coach Ewald Lienen nach dem 1:0-Erfolg gegen Nürnberg keine Veranlassung, seine Anfangself zu verändern. Die Verletzungsprobleme im Angriff sind weiterhin groß. Zu den bereits nicht spielfähigen Paunovic, Leandro und Stendel gesellte sich nun auch noch Kaufman (Wadenzerrung).
Die Schwaben waren von Beginn an bemüht, fanden jedoch in der gesamten ersten Hälfte kein spielerisches Mittel gegen die gut verteidigenden Hannoveraner. Einzig durch Einzelaktionen oder bei Standardsituationen konnte der VfB Gefahr vor dem Tor von Enke erzeugen. Da sich die Niedersachsen vor allen Dingen auf ihren soliden Deckungsverbund konzentrierten und nur selten einmal eigene Angriffe initiierten, entwickelte sich eine wenig ansehnliche Partie. Stajner und Mertesacker per Kopf vergaben die besten Chancen für die Lienen-Schützlinge, für die Stuttgarter verpassten Kuranyi ebenfalls per Kopf sowie Cacau aus spitzem Winkel den Führungstreffer. Somit ging es mit dem torlosen Remis unter einigen Pfiffen der VfB-Anhänger in die Halbzeitpause.
Schwungvoller und mit mehr Tempo starteten die Stuttgarter in den zweiten Abschnitt. Zumeist über den agilen Hleb gelangen einige durchdachte Spielzüge. Bereits nach gut zwei Minuten vergab Cacau eine gute Einschusschance nach Vorlage des Weißrussen. Nach einer kurzen ereignislosen Phase waren es dann überraschend die Hannoveraner, die in Person von Zuraw eine Großchance hatten, aber Tiffert kratzte den Kopfball des Polen am rechten Pfosten von der Linie. Im direkten Gegenzug war es Stranzl, der eine ganze Serie von vergebenen hochkarätigen Gelegenheiten für die Schwaben einleitete. Der Österreicher umspielte zunächst Torhüter Enke, aber sein Flachschuss Richtung leeres Tor konnte noch von Lala entschärft werden. In der Folge scheiterten Kuranyi aus kurzer Distanz ebenso wie wenig später der eingewechselte Streller, der nur die Latte traf. Die Niedersachsen kamen nur selten zu befreienden Aktionen, hätten aber durch einen Heber von Schröter knapp zehn Minuten vor dem Ende beinahe den Spielverlauf auf den Kopf gestellt. Dann aber sorgte Kuranyi doch noch für einen verdienten Erfolg für den VfB. Streller und Babbel leiteten eine hohe Flanke aus dem Mittelfeld mustergültig per Kopf zum Nationalspieler weiter und der 23-jährige vollendete gekonnt aus halbrechter Position (88.).
Durch den späten Treffer kann der VfB Stuttgart Anschluss an Schalke 04 halten und verhinderte zudem, dass Hertha BSC auf den begehrten dritten Tabellenrang der Schwaben vorrücken konnte. Nach schwacher erster Hälfte verdiente sich die Sammer-Elf den Erfolg dank einer Leistungssteigerung im zweiten Abschnitt. Die Hannoveraner agierten defensiv zumeist solide, waren im Angriffsspiel jedoch zu passiv.
Die Trainerstimmen:
Trainer Matthias Sammer (VfB Stuttgart): "Wir wollten nach der Niederlage in Mönchengladbach ein raues Klima schaffen, das ist uns gelungen. Meine Mannschaft hat alles gegeben, gekämpft, Chancen erarbeitet, aber das Hannoveraner Bollwerk war nur schwer zu bezwingen. Natürlich war es ein glücklicher, aber verdienter Sieg, den wir ein Stück weit auch genießen wollen."
Trainer Ewald Lienen (Hannover 96): "Es war ein verdienter Sieg des VfB, wenn auch etwas glücklich. Der Gegner hatte die eine oder andere
Torchance zu viel. Das Siegtor fiel, als wir uns zu sicher fühlten und Stuttgart schon nicht mehr richtig spielen wollte."
(Quelle: kicker sportmagazin, 09.05.05)