Hannover 96

Saison 2004/05, 26.Spieltag


Hannover 96 - Borussia Mönchengladbach 2:1 (0:1)


Hannover 96: Enke - Cherundolo, Mertesacker, Zuraw, Halfar - Vinicius - Schröter, Stefulj - Krupnikovic - Paunovic, Leandro / Trainer: Lienen

Bor. Mönchengladbach: Keller - Korzynietz, Moore, van Kerckhoven, Daems - Kluge, Thijs, Böhme - Neuville, Jansen - Sverkos / Trainer: Advocaat

Eingewechselt: 46. Kaufman für Leandro, 46. Stajner für Stefulj, 86. Schneider für Schröter - 36. Ulich für Kluge, 78. van Hout für Jansen

Tore: 0:1 Sverkos (31., Linksschuss, Vorarbeit Böhme), 1:1 Stajner (59., Rechtsschuss, Kaufman), 2:1 Vinicius (73., Rechtsschuss, Paunovic) - Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart) - Zuschauer: 36 725 - Gelbe Karten: Halfar - Thijs, Moore, Böhme


96-Coach Ewald Lienen musste nach der 0:1-Niederlage bei den "Wölfen" sein defensives Mittelfeld neu formieren, denn sowohl Lala als auch de Guzman standen nach der fünften Gelben Karte nicht zur Verfügung, außerdem musste Dabrowski verletzt verzichten. Für Stajner blieb zuächst lediglich ein Platz auf der Bank. Dafür kamen Halfar, Stefulj und im Sturm Paunovic und Schröter von Beginn an zum Zug. Trainer Dick Advocaat stellte seine Borussen nach der 0:1-Pleite beim FCK auf zwei Positionen um: Korzynietz und Daems erschienen für Fukal und Ulich neu auf dem Anfangstableau.

Dass beiden Teams das Selbstvertrauen fehlte ob der wenig überzeugenden Leistungen in den letzten Partien, wurde in der Anfangsphase deutlich. Ja keinen Fehler machen, hieß die Devise. Zu selten und zu zögerlich ging es in Richtung gegnerisches Tor, um für wirkliche Gefahr zu sorgen. Ruhig floss die Partie dahin. Erst als Cherundolo Jansen im Laufduell zu Fall brachte, stieg der Puls kurzfristig, doch die Pfeife von Schiedsrichter Schmidt blieb stumm (23.). Nach einer halben Stunde schalteten die Borussen den Hebel kurz um. Zunächst scheiterte Neuville noch alleine vor Enke. Nach einem tollen Pass von Böhme machte es Sverkos dann besser, als er den Ball am herausstürmenden Enke vorbei in die Maschen schob (31.). Danach herrschte wieder gepflegte Langeweile, vor allem die Hannoveraner agierten ohne Selbstvertrauen und konnten sich keine wirkliche Chance erarbeiten. Den Schlusspunkt in der ersten Hälfte setzte Neuville, als er eine Flanke von Jansen direkt abnahm und das Tor nur knapp verfehlte (44.).

Nach der Halbzeit versuchte Ewald Lienen seinem Team mit der Einwechslung von Stajner und Kaufman noch einmal neues Leben einzuhauchen. Auf dem Platz jedoch ging es weiter wie im ersten Durchgang: Gladbach verwaltete den Vorsprung, Hannover ließ jede Durchschlagskraft missen. Nach einer knappen Stunde drückte 96 urplötzlich aufs Gas. Zunächst lief Kaufmann nach einem Steilpass von Vinicius alleine auf Enke zu, scheiterte aber am rechten Pfosten. Wenig später trugen die Niedersachsen einen schnellen Angriff über rechts vor. Kaufman passte nach innen, dort stand Stajner und hämmerte das Leder aus elf Metern direkt ins Netz (59.). Gladbach versäumte es in dieser Phase, die Räume zu nutzen, die sich durch die offensivere Ausrichtung von 96 ergaben. Zu sorglos wurde da mit den Konterchancen umgegangen. Ganz anders die Hannoveraner, sie spielten nach dem Ausgleich befreiter auf. Das neue Selbstvertrauen schlug sich alsbald in Zählbarem nieder. Einen Freistoß von Krupnikovic verlängerte Paunovic per Kopf auf Vinicius, der die Kugel aus kurzer Distanz ins Tor löffelte (73.). Wer nun auf ein Aufbäumen der Borussen wartete, wurde enttäuscht. Im Gegenteil, die Hannoveraner hatten wenig Mühe, den knappen Vorsprung nach Hause zu schaukeln.

In einem über weite Strecken mäßigen Spiel fuhr Hannover nach sechs sieglosen Spielen wieder einen Dreier ein. Gladbach bleibt auswärts weiter sieglos und nistet sich im Tabellenkeller ein.

Die Trainerstimmen:

Trainer Ewald Lienen (Hannover 96): "Wir haben in der ersten Halbzeit Glück gehabt, dass wir nicht höher in Rückstand geraten sind. Wir hatten Probleme in die Zweikämpfe zu kommen und haben Torchancen zugelassen. Nach der sehr schlechten ersten Halbzeit haben wir aber dann eine sehr gute zweite Halbzeit gespielt. Durch die Auswechslungen und eine offensivere Ausrichtung konnten wir das Spiel drehen."

Trainer Dick Advocaat (Bor. M'gladbach): "Es war eines unserer besten Spiele. In der ersten Halbzeit haben wir eine sehr gute Leistung gezeigt, aber ein Spiel dauert 90 Minuten. Leider haben wir vor der Pause unsere Chancen nicht genutzt. Nach dem Seitenwechsel waren wir in zwei, drei Momenten nicht konzentriert und Hannover hat sie zu zwei Toren genutzt. Ich bin sehr enttäuscht über das Ergebnis."

(Quelle: kicker sportmagazin, 21.03.05)


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