Hannover 96

Saison 2004/05, 25.Spieltag


VfL Wolfsburg - Hannover 96 1:0 (1:0)


VfL Wolfsburg: Jentzsch - Rytter, Quiroga, Hofland - Thiam - Karhan, Schnoor - Fischer - Menseguez, Klimowicz, Petrov / Trainer: Gerets

Hannover 96: Enke - Cherundolo, Mertesacker, Zuraw, Vinicius - de Guzman, Dabrowski, Lala - Krupnikovic - Stajner, Leandro / Trainer: Lienen

Eingewechselt: 74. Topic für Klimowicz, 83. Maric für Menseguez, 87. Hrgovic für M. Petrov - 46. Paunovic für Dabrowski, 59. Kaufman für Stajner, 89. Schneider für Lala

Tor: 1:0 Menseguez (6., Linksschuss, Vorarbeit Petrov) - Schiedsrichter: Brych (München) - Zuschauer: 25 921 - Gelbe Karten: Klimowicz, Hofland, Schnoor - Lala, de Guzman, Paunovic


Wolfsburgs Trainer Erik Gerets veränderte seine Mannschaft im Vergleich zur 0:1-Niederlage in Mönchengladbach auf drei Positionen. In der Innenverteidigung kehrte Quiroga nach Gelb-Sperre zurück, Franz musste für den Argentinier weichen. Die verletzten D’Alessandro (Sprunggelenk) und Brdaric (Knieprobleme) wurden durch Youngster Fischer und Menseguez ersetzt. Nach der 0:1-Heimschlappe gegen Abstiegskandidat Rostock nahm auch Hannovers Coach Ewald Lienen drei Wechsel in der Startformation vor. Auf der rechten Außenverteidigerposition kehrte US-Boy Cherundolo (nach Gelb-Sperre) für Stefulj zurück. Zudem spielte Vinicius als linker Außenverteidiger für Tarnat. Lienen nahm Stürmer Christiansen aus dem Team und verstärkte stattdessen mit Dabrowski das Mittelfeld.

In der Volkswagenarena entwickelte sich das Niedersachsen-Derby von Beginn an zu einer abwechselungsreichen Partie. Beide Mannschaften suchten mit temporeichem Spiel die Offensive und hatten bereits in den Anfangsminuten Torgelegenheiten. Bereits früh die Führung für den VfL: Petrov eroberte im Mittelfeld den Ball von Stajner und setzte sofort zum Konter an. Gerade im richtigen Moment, bevor Menseguez ins Abseits gelaufen wäre, spielte der Bulgare ab. Der Argentinier konnte so allein auf Enke zulaufen und vollendete mit etwas Glück, der Hannoveraner Keeper fälschte den Ball noch ab, und Geschick (6.). Die 96er, die sich immer wieder über rechts mit Cherundolo und Leandro in Szene setzen konnten, erspielten sich einige gute Torgelegenheiten. Ein Schuss des US-Boys touchierte die Latte, Stajner verpasste zwei Mal in aussichtsreicher Position in der Strafraummitte den Ausgleich. Mit zunehmender Spieldauer stellte sich die Lienen-Elf besser auf die quirligen Außenstürmer Petrov und Menseguez ein, die in der Anfangsphase einigen Wirbel in der Hintermannschaft Hannovers verursacht hatten. Die knappe Führung der "Wölfe" zur Pause war daher etwas schmeichelhaft.

Weniger schwungvoll als der erste Abschnitt gestaltete sich die zweite Hälfte. Die 96er waren in der ersten Viertelstunde leicht feldüberlegen, konnten sich jedoch keine klaren Torchancen erarbeiten, obwohl Lienen mit der Einwechselung von Paunovic für Dabrowski einen dritten Angreifer ins Spiel nahm. Mit zunehmender Spieldauer verflachte die Begegnung weiter. Aus gesicherter Defensive tat die Gerets-Elf nur noch wenig für die Offensive, aber auch Hannover fehlte die nötige Kreativität im Spielaufbau. Erst die Schlussphase brachte noch einmal ein wenig Aufregung. Cherundolo traf mit einem schönen Schlenzer mit links erneut die Latte, Paunovic verpasste den Ausgleich mit einer guten Kopfballchance und in den Schlusssekunden hätte der aufgerückte Enke beinahe einen Abpraller von Jentzsch verwerten können. Letztlich blieb es aber beim knappen und etwas glücklichen Vorsprung für die Gerets-Elf, die bei einigen Kontergelegenheiten in den letzten Minuten zu wenig konsequent im Abschluss waren.

Für Wolfsburg bedeutet der Erfolg wichtige drei Punkte im Anschluss an die UEFA-Cup-Plätze. Hannover dagegen baute seine Negativsiege aus. Von den letzten neun Spielen gewann 96 nur eines, die letzten vier gingen allesamt verloren. In der Volkswagenarena hätte die Lienen-Elf allerdings ein Remis verdient gehabt. Die Hannoveraner scheiterten aber an ihrer schlechten Chancenverwertung.

Die Trainerstimmen:

Trainer Erik Gerets (VfL Wolfsburg): "Meine Mannschaft hat Herz gezeigt. Das habe ich zuletzt vermisst. Hannover war heute sehr gut und hätte einen Punkt verdient gehabt. Da wir aber bis zur letzten Minute gekämpft haben, ist unser Sieg gerechtfertigt."

Trainer Ewald Lienen (Hannover 96): "Es hätte nur eine Mannschaft den Sieg verdient gehabt, und das war Hannover 96. Wir haben eines unserer besten Auswärtsspiele der Saison gezeigt. Nach dem Rückstand haben wir den Gegner souverän kontrolliert, allerdings müssen wir auch irgendwann einmal wieder Tore erzielen."

(Quelle: kicker sportmagazin, 14.03.05)


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