Hannover
96 |
Saison
2004/05, 22.Spieltag |

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Hannover
96 - Werder Bremen 1:4 (1:2) |

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Hannover 96: Enke -
Cherundolo, Vinicius, Zuraw - Dabrowski, Lala, de Guzman - Krupnikovic -
Schröter, Paunovic, Stendel / Trainer: Lienen
Werder Bremen: Reinke - Stalteri, Ismaël, Pasanen, Magnin - Baumann -
Borowski, Ernst - Micoud - Valdez, Hunt / Trainer: Schaaf
Eingewechselt:
63. Stajner für Paunovic, 79. Christiansen für Lala, 79. Kaufman für Schröter - 74.
Jensen für Borowski, 83. Zidan für Hunt, 88. Schulz für Ernst
Tore:
0:1 Magnin (5., direkter Freistoß, Linksschuss), 0:2 Borowski (7., Rechtsschuss, Vorarbeit F. Ernst), 1:2 Zuraw (38., Kopfball, Vinicius), 1:3
Ernst (62., Rechtsschuss, Hunt), 1:4 Zidan (85., Rechtsschuss)
- Schiedsrichter: Fandel (Kyllburg) - Zuschauer:
41 862 - Gelbe Karten: Cherundolo - Magnin, Baumann
Nach dem torlosen Remis in Freiburg stellte Hannovers Trainer Ewald Lienen auf ein 3-4-3-System um. Damit fiel Abwehrspieler Halfar aus der Start-Elf, Stürmer Schröter stand das erste Mal in der Rückrunde von Anfang an auf dem Rasen.
Werder-Coach Thomas Schaaf musste im Vergleich zum 2:0-Erfolg gegen Mönchengladbach auf Klose verzichten, den ein grippaler Infekt plagte. Da Klasnic (Muskelfaserriss) weiterhin verletzt war, lief im Sturm mit Hunt und Valdez die zweite Angriffsreihe auf.
Die Gäste von der Weser legten los wie die Feuerwehr und ihnen gelang ein Traumstart: Magnin legte sich bei einem Freistoß nahe an der Eckfahne den Ball zurecht und spielte das Leder flach an der Mauer sowie allen anderen Akteuren vorbei. Enke war überascht - 0:1. Vor allem in der neu formierten Dreier-Abwehr-Reihe der 96er fehlte die Abstimmung und Raumaufteilung. Das nutzten die Bremer gnadenlos aus und nur 120 Sekunden nach dem ersten Treffer legten sie noch eins drauf: Ernst hatte auf der linken Seite das Auge und flankte maßgerecht auf den heranstürmenden Borowski. Der Mittelfeldspieler nahm das Leder aus zehn Metern direkt und traf ins Schwarze.
Werder war äußerst ballsicher, zweikampfstark, präsentierte sich als geschlossene Einheit und machte die Räume sehr eng. Hannover hingegen agierte zu pomadig im Aufbauspiel, das Pass-Spiel war zu unpräzise, die Räder zwischen den Mannschaftsteilen griffen nicht reibungslos ineinander. Erst ab der 20. Minute kamen die Niedersachsen besser ins Spiel und trauten sich einige Male vor das Tor von Reinke, doch sie erspielten sich zunächst nur Halbchancen. Es mangelte an spielerischen Mitteln und Ideenreichtum, um die stabile Werder-Abwehr zu überwinden. So wurden die 96er vor allem bei Standardsituationen gefährlich. Diese Drangphase wurde von Bremen durch eine gute Möglichkeit durch Hunt unterbrochen. Der Youngster verfehlte aber sein Ziel nach einer Kopfball-Vorlage von Pasanen (35.).
In der 38. Minute schaffte Hannover den Anschlusstreffer: Eine Krupnikovic-Ecke landete auf dem Kopf von Vinicius, der zu Zuraw weiterleitete. Der Pole köpfte das Leder wuchtig aus vier Meter gegen die Unterkante der Latte, von da sprang der Ball hinter die Linie. In der Folgezeit waren die Bremer geschockt, sie hielten aber das Ergebnis bis zur Pause.
Nach dem Seitenwechsel gestaltete sich die Begegnung ausgeglichen, das Geschehen bündelte sich im Mittelfeld. Hannover ging engagiert zu Werke und erhöhte das Tempo. Der Meister spielte souverän weiter, hielt den Kontrahenten in Schach. Beide Teams setzten Akzente, 96 durch einen Krupnikovic-Freistoß (56.) und Werder durch einem Baumann-Kopfball (60.).
In der 62. Minute sorgte Ernst für den Paukenschlag und damit für die vermeintliche Vorentscheidung: Hunt setzte den linken Mittelfeldspieler mit einem geschickten Pass im Strafraum in Szene. Der Noch-Bremer überraschte Vinicius und Enke mit einem sehenswerten Drehschuss aus 13 Metern. Der 96-Keeper streckte sich vergeblich. Hannover war verunsichert, was Valdez fast zum vierten Treffer ausnutzte, aber Enke reagierte mit einem klasse Reflex (65.).
Danach zog sich die Schaaf-Elf zurück, konzentrierte sich auf die Abwehrarbeit und überließ den Hausherren das Feld. Die Niedersachsen bemühten sich, kamen aber nicht an der dicht gestaffelten Hintermannschaft der Gäste vorbei. Ewald Lienen reagierte und brachte mit Kaufman und Christiansen zwei frische Offensivkräfte (79.). Diese Maßnahme machte sich nicht bezahlt, das Anrennen der 96er war weiterhin völlig harmlos.
In der 83. Minute wechselte Werder-Coach Thomas Schaaf Zidan ein und bewies damit ein Mal mehr sein "goldenes Händchen", denn der Joker markierte mit dem vierten Treffer den Schlusspunkt: Der Neuzugang wurde angespielt und marschierte über 25 Meter. Der Ägypter ließ dabei Zuraw stehen und schoss aus 14 Metern geschickt an Enke vorbei ins Tor.
Der Meister ließ über die gesamte Spieldistanz keinen Zweifel am Erfolg aufkommen. Mit einem souveränen Auftritt in der AWD-Arena gewinnt Werder verdient mit 4:1. Hannover punktet auch im dritten Heimspiel in der Rückrunde nicht und versinkt langsam im Niemandsland der Tabelle.
Die Trainerstimmen:
Trainer Ewald Lienen (Hannover 96): "Wir sind enttäuscht, dass es in einem Heimspiel wieder nicht mit einem Sieg geklappt hat. Die Partie hätte für uns nicht unglücklicher beginnen können. Zwischenzeitlich wäre dann sogar der Ausgleich drin gewesen. Das 1:3 war jedoch ein herber Rückschlag. Bremen spielt in einer anderen Liga."
Trainer Thomas Schaaf (Werder Bremen): "Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis und der Leistung. Wenn man sieht, wer bei uns gefehlt hat, war das sehr beachtlich. Nach dem 2:0 haben wir einen Gang rausgenommen, in der zweiten Halbzeit aber glücklicherweise ins Spiel zurückgefunden. Jetzt konzentrieren wir uns auf die Partie gegen Lyon."
(Quelle: kicker
sportmagazin, 21.02.05)
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