Hannover 96

Saison 2004/05, 13.Spieltag


Hannover 96 - FSV Mainz 05 2:0 (1:0)


Hannover 96: Enke - Cherundolo, Mertesacker, Zuraw, Tarnat - Lala, de Guzman - Krupnikovic - Schöter, Christiansen, Stendel / Trainer: Lienen

Mainz 05: Wache - Nikolic, Friedrich, Noveski, Rose - Gerber, Kramny, Babatz, da Silva - Casey, Auer / Trainer: Klopp

Eingewechselt: 77. Stajner für Christiansen, 87. Leandro für Stendel, 90+2. But für Krupnikovic - 59. Dworrak für Babatz, 59. Weigelt für Rose, 73. Jovanovic für Kramny

Tore: 1:0 Christiansen (34., Rechtsschuss, Vorarbeit Mertesacker), 2:0 Schröter (51., Rechtsschuss, Krupnikovic) - Schiedsrichter: Dr. Fleischer (Dachau) - Zuschauer: 31 078 - Gelbe Karten: Cherundolo, Tarnat - Babatz


Hannovers Trainer Ewald Lienen vertraute auf die gleiche Mannschaft, die Dortmund 1:0 im Pokal besiegte. Nur hinter Cherundolo stand ein Fragezeichen, doch der Amerikaner war nach einem Pferdekuss noch rechtzeitig fit geworden. Mainz-Coach Jürgen Klopp stellte gegenüber dem 1:1 gegen Mönchengladbach auf einer Position um: Kramny ersetzte den verletzten Niclas Weiland (Oberschenkelzerrung).

Die Mainzer bauten von Beginn an Druck auf. Sie gingen aggressiv in die Zweikämpfe und überzeugten durch hohe Laufbereitschaft. Die 96er erwischten aber ebenfalls einen guten Start, sie agierten taktisch sehr diszipliniert. Es entwickelte sich eine temporeiche Partie, wobei Torszenen vorerst ausblieben, da beide Abwehrreihen sehr massiert standen. Nach einer Viertelstunde kristallisierte sich mit Mainz das Team heraus, das einen Tick besser war. Mit dem Pressing-Spiel zwangen die Rheinhessen Hannover immer wieder zu Ballverlusten. Dieses Plus konnten sie aber nicht in Zählbares ummünzen, die entscheidende Durchschlagskraft fehlte. Auf der Gegenseite erarbeiteten sich die 96er durch Standardsituationen und Konter Tormöglichkeiten. Doch sowohl Mertesacker bei einem Eckball (18.) als auch de Guzman per Fernschuss (26.) vergaben die Chancen. In der 29. Minute sorgte Schiedsrichter Dr. Fleischer für Aufregung: Casey bekam den Ball, drückte sich an Mertesacker vorbei und schob die Kugel ein. Der Unparteiische entschied auf Stürmerfoul und gab den Treffer nicht. Dies wiederum schien bei Hannover neue Kräfte frei zu setzen. Der Spielaufbau wurde besser, die Passgenauigkeit präzisierte sich. So traf Christiansen in der 34. Minute zur Führung: Cherundolo spielte von der Mittellinie hoch auf Mertesacker, der direkt auf den Mittelstürmer weiterleitete. Christiansen war vor Friedrich am Ball und schoss aus acht Metern ins rechte obere Toreck.Der FSV war von der Rolle und konnte nicht mehr an die starke Phase vor dem Tor anknüpfen. Danach waren die Niedersachsen in allen Belangen überlegen und spielten sich hochkarätige Chancen heraus. Schröter scheiterte an Wache (38.) und Christiansen am Pfosten (42.). Die Klopp-Elf hielt dem Sturmlauf bis zur Pause stand.

Auch nach dem Seitenwechsel ließen die Gastgeber nicht locker. So wurde die Lienen-Elf in der 51. Minute für die Offensive-Stärke belohnt: Krupnikovic bediente den durchstartenden Schröter, der aus 15 Metern halbrechter Position abzog. Das Leder flog durch die Beine von Rose, an Wache vorbei und schlug im langen Eck ein. Hannover hielt den Gegner weiter souverän in Schach und setzte selbst immer wieder gefährliche Angriffe. Mainz-Trainer Jürgen Klopp wollte mit den Einwechslungen von Dworrak und Weigelt neuen Schwung in sein Team bringen. Dies klappte nur bedingt, denn Dworrak setzte zwar mit seinem Freistoß (62.) einen Akzent, doch das Aufbäumen der Gäste reichte nicht, um die 96-Abwehr ins Wanken zu bringen. Insgesamt waren die Niedersachsen näher am dritten Tor dran, als die 05er am Anschlusstreffer. So jagte Christiansen das Leder freistehend über den Kasten (76.), am Ende blieb es aber beim 2:0.

Hannover fing sich nach einer durchwachsenden ersten halben Stunde, präsentierte sich dann als kompakte Einheit, die durch Offensiv-Stärke glänzte. Die Lienen-Elf klettert damit auf einen UEFA-Pokal-Platz. Mainz zeigte zu wenig Gegenwehr und rangiert jetzt im Tabellenmittelfeld.

Die Trainerstimmen:

Trainer Ewald Lienen (Hannover 96): "Mainz hat uns in der ersten halben Stunde das Leben sehr schwer gemacht. Wir hätten durchaus in Rückstand geraten können. Die zweite Halbzeit war dann eine ganz klare Angelegenheit für uns. Die Mannschaft hat sich ein großes Lob verdient."

Trainer Jürgen Klopp (FSV Mainz 05): "Der Sieg von Hannover war verdient, auch wenn wir in den ersten 30 Minuten sehr dominant waren. In der zweiten Halbzeit hatten wir kaum eine Chance. Wir können einiges aus diesem Spiel lernen und wollen es nächste Woche besser machen."

(Quelle: kicker sportmagazin, 15.11.04)


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